REMemberti
REMEMBERTI
eine Veranstaltungsreihe um einen innerstädtischen Verkehrsknoten: den Bremer Rembertiring

Der Rembertiring
ist eine überdimensionale Verkehrsinsel, für die in den 1960er Jahren ein halber Stadtteil dem Erdboden gleichgemacht wurde und dessen Randbebauung dem Vulgärfunktionalismus jener Zeit folgte. Mit künstlerischen Mitteln werden die hinter diesen städtebaulichen Umwälzungen stehenden Umstände hinterfragt, der Ist-Zustand diskutiert und Perspektiven aufgezeigt. Dabei steht der Bremer Rembertiring exemplarisch für durch Modernisierungsschübe hervorgerufene, radikale Einschnitte in gewachsene, städtebauliche Situationen.

Vier Achsen
Eine Veranstaltungsreihe um den Bremer Rembertiring orientiert sich an vier Achsen:
Spuren der Geschichte
Ausgangspunkt der Aktivitäten von REMEMBERTI sind alte Stadtpläne, Fotografien und Gespräche mit ehemaligen Anwohner_innen. Von Interesse ist das gesamte Gebiet des heutigen Rembertirings, das sich von der Eduard-Grunow-Str./Am Dobben bis zum Herdentorsteinweg erstreckt.
 
Bremer Stadtplan von 1914, Quelle: SuUB Bremen

Die Straße "Auf den Häfen", um 1935, Quelle: Focke-Museum Bremen

Auseinandersetzung mit dem Ist-Zustand
REMEMBERTI befasst sich mit den Verhältnissen im heutigen Rembertiviertel. Wie funktioniert das Leben und Arbeiten in diesem vor knapp 50 Jahren aus dem Boden gestampften Teil unserer Stadt?

Historischer Strassenverlauf von 1914,  Rekonstruktion: Jürgen Amthor, 2016 / Quellen: OpenStreetMaps, SuUB Bremen / Größere Karte - bei aktivierter Standortanzeige kann in Mobilgeräten die eigene Position im historischen Strassenverlauf dargestellt werden.

Installationen und Interventionen
Die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart bildet die Grundlage für künstlerische Bespielungen des Areals mit Installationen und ortsspezifischen Interventionen.
 
Sandra Fox , Das dynamische Haus, 2001,  Quelle: Sandra Fox

BNC Haut der Stadt, Projektionen, Bremen, 2005, Quelle: Zoom

Soziale Komponente
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Einbindung lokaler Akteur_innen & Gruppen.

Kritische Würdigung und Ausblick
REMEMBERTI fragt: Wie kann das Leben im Rembertiviertel in Zukunft gestaltet werden? Themen wie Stadtentwicklung und Stadtplanung sollten nicht nur den Experten überlassen bleiben. Die Umsetzung des Ideals einer lebenswerten Stadt sollte von seinen Bewohner_innen selbst in die Hand genommen werden. REMEMBERTI will Anstoß geben zur Diskussion und einen Rahmen schaffen für die Entwicklung von Utopien.

REMEMBERTI ist eine Initiative des Medienkünstlers Jürgen Amthor und verschiedener Einzelpersonen.
Dieses Projekt wird unterstützt durch den Bremer Senator für Kultur im Rahmen seines Programms "Kunst im öffentlichen Raum", das LIS Landesinstitut für Schule Bremen, die St. Remberti-Gemeinde , die Firma mmp,  die Firma Lanthan, die Remberti-Apotheke, und das Architekturbüro H.M.Kahrs.
 
Sprengung der Rembertikirche am 9. 9. 1944. Der vordere Bereich der Straßen Auf den Häfen/Fedelhören wurde in den 60er Jahren für den Rembertiring abgetragen, Quelle: W. Meier